Kinderwerkstatt EiGEN SiNN

Kreatives Schreiben in der Gruppe mit Erzieherin und Kinderterapeutin Anna Birgit Haigis und Kunsttherapeutin Felicitas Schöck

Die Schöck-Familien-Stiftung unterstützt eine Mädchengruppe in der Kinderwerkstatt, die eine von zwei wesentlichen Einrichtungen der Stiftung EigenSinn ist.
„Kinder, die zu uns kommen, sind keine unbeschriebenen Blätter mehr. Das Leben hat bereits schmerzhafte Spuren hinterlassen. Kindern in schwierigen Lebenslagen Hilfestellungen zu geben, ist gleichzeitig unser Ziel und unsere Aufgabe. Wir wollen starke Kinder für eine bessere Zukunft. Kinder, die in ihrem späteren Leben nicht scheitern, weil sie in bestimmten Lebensbereichen einen Mangel erleiden mussten.“
Die Kinderwerkstatt EiGEN-SiNN in Freudenstadt macht sich zur Aufgabe, Kindern aus benachteiligten Familien, die noch bei ihren Eltern leben, einen Rahmen zu bieten, in dem sie Unterstützung und Perspektiven finden können. So sollen sich Kinder, die oft Schmerzhaftes erlebt haben und sich in schwierigen Situationen befinden „emotional angenommen fühlen, in ihrem Selbstwert gestärkt werden und ihren EiGENen (Lebens-) SiNN entwickeln“.

002-2013 fe

Die Gruppenleiterin Dina Bühler der Gruppe „Südländische Mädchen“ berichtet im Februar 2017:

 „Die südländischen Mädchen“ ist die Gruppe mit den ältesten Mädchen, die in die Kinder- und Jugendwerkstatt EIGEN-SINN kommen. Die Gruppe besteht seit November 2013 und findet regelmäßig mittwochnachmittags von 15:30-18:30 Uhr in den Räumlichkeiten der Kinder- und Jugendwerkstatt EIGEN-SINN in Freudenstadt statt. Die reine Mädchengruppe setzt sich derzeit aus 10 Mädchen im Alter von 15-17 Jahren zusammen. Sie kommen aus dem ganzen Landkreis Freudenstadt.              

Wir wagen uns gemeinsam an problematische oder auch alltags- und geschlechtsgerechte Themen heran. Viele praktische Übungen und Spiele werden durchführt und anschließend wird immer zusammen ein Abendessen vorbereitet.                                                                                           Die Mädchen-Gruppe soll weibliche Jugendliche aus Multiproblemfamilien, die dem entsprechend eine massive individuelle Problematik entwickelt haben, unterstützen. Nach unseren Erfahrungen kann bei diesen Mädchen davon ausgegangen werden, dass das Gruppenangebot der einzige Rahmen ist, indem die Mädchen sich öffnen um im Kreis „Gleichgesinnter“ z.B. über Probleme zu sprechen und sich vertrauensvoll einzulassen. Die Gruppe hat insofern für diese Mädchen nahezu sozialtherapeutischen Charakter.                                          

Stand: Februar 2017:

Der Bedarf an Mädchenspezifischen Gruppen ist momentan wieder sehr groß. Die zwei Mädchengruppe die normalerweise konzeptionell auf jeweils 8 Plätze ausgelegt sind, sind momentan beide überbelegt. So haben wir in der Gruppe für 10-14 Jahren 10 Mädchen und in der Gruppe für Mädchen im Alter von 14-18 Jahren 11 Mädchen in Betreuung.

Aktuell ist das Thema selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, Trennungsproblematiken sowie Suchtproblematiken der Eltern sehr präsent. Jedoch nimmt die Aggression und die Gewalt in den jeweiligen Peer-Groups auch bei Mädchen, anders wie bisher, zu. So richten sie es nicht mehr nur gegen sich selbst, sondern auch gegen andere.

Hier merken wir immer wieder wie wichtig die Arbeit mit den Mädchen ist. Den Mädchen Zeit zu schenken und eine smartphonefreie Zeit zu ermöglichen, bei der sie sich mit sich und heiklen Themen auseinandersetzen ist sehr wertvoll.

Im Sommer hatten wir das tolle Privileg mit der Mädchengruppe und Mädchen der Stationären Jugendhilfeeinrichtung im Alter von 14-18 Jahren in Ligurien in ein Freizeithaus zu verbringen und dort eine Woche intensiv mit den Mädchen zu genießen.

Wir waren viel Wandern und in Aktion, haben Kreativangebote und intensive Gespräche gehabt. Wir haben uns an Themen herangewagt und Inputs gestaltet die der Alltag oft aufgrund der Zeit nicht zulässt.

Es war eine sehr wertvolle Zeit und spannend die Mädchen auch mal außerhalb ihrer Komfortzone kennenzulernen.

Nun sind wir bereits wieder seit einem halben Jahr im Gruppenalltag. Ich habe in der großen Mädchengruppe 4 neue Mädels aufgenommen und wir mussten uns von 2 Mädels aufgrund von neuen Lebensabschnitten trennen. So macht nun eine ein FSJ im Krankenhaus Freudenstadt, ein Mädchen ist nach Österreich gezogen um ihren Schulabschluss nachzuholen und eine Ausbildung als Altenpflegerin zu machen. Ein großer Schritt, der sehr wichtig war, denn um sich zu entfalten war klar, dass sie ihr schwieriges Umfeld verlassen muss. Dies war nun ein langer Weg mit intensiver Vorbereitung auch auf die Einsamkeit, aber auch die Freiheit. Ich bin sehr stolz, dass sie es geschafft hat und bin weiterhin im regen Austausch mit ihr.

Zwei weitere Mädchen befinden sich nun auch in Ausbildung. Eine zur Erzieherin, eine zur Friseurin, aber ich freue mich sehr, dass sie weiterhin in die Gruppe kommen können und hoffe sie bleiben uns noch eine Weile erhalten.

Momentan beschäftigt uns außer der Gruppenfindung das Thema Heimat. Nicht das äußerlich sichtbare zu Hause, sondern der Ort der ihnen Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit bietet. 

Herrn Haist, dem Gründer der Stiftung EigenSinn, wurde 2013 der Landesverdienstorden von Herrn Kretschmann überreicht. Der ensprechende Zeitungsartikel (2013 Haist - Landesverdienstorden) kann hier unten ebenso wie das Konzept der Kinderwerkstatt hochgeladen und angesehen werden.
Mehr Informationen zur Stiftung EigenSinn und ihre Einrichtungen und Projekte finden Sie unter http://www.stiftung-eigensinn.de/3.0.html.

Weitere Dateien:
2013_Haist_-_Landesverdienstorden.jpg2.0 M
Konzeption.pdf54 K
Bericht_Maedchengruppe_2016-17.pdf463 K

Gemeinsames Backen

Kreativpädagogische Aktion

Vorbereitungen für das gemeinsame Mittagessen

Kreativpädagogische Aktion

Gruppenarbeit in Ligurien

Ausarbeitung zum Thema Heimat

Heimat "körperlich"

Landesverdienstorden für Herrn Haist (Stiftung EigenSinn)