Skip to main content

Brunnenbau macht Schule, Dem. Rep. Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo haben nur etwa 4% der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viele Menschen, insbesondere Kinder, leiden häufig unter Infektionskrankheiten, die zu etwa 60% auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, und sterben oft daran. Rund 500.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jährlich vor allem dadurch. Frauen und Kinder sind traditionell für das Wasserholen zuständig. Auf ihren langen Wegen zu den Wasserstellen werden sie immer wieder überfallen, beraubt und vergewaltigt. Sauberes Wasser ist die Grundlage für Ernährungssicherung, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Schutz vor Gewalt. Sauberes Trinkwasser nahe der eigenen Wohnung ist die Basis für eine eigenständige Entwicklung ohne fremde Einmischung durch den Staat, Konzerne, fremde Geber und Lobbyisten. Sauberes Wasser gibt eine Lebensperspektive. 

Das Hauptziel der „Initiative für sauberes Wasser im Kongo“ ist, die Anzahl der Brunnen und damit die Versorgung mit sauberem Wasser im Land zu steigern. Das Erfolgsrezept liegt in der einfachen, besonders nachhaltigen Handbohrmethode, sowie im Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Mit dem Bau von Brunnen werden zeitgleich Brunnenbauer und Brunnenwarte geschult. So entstehen nicht nur funktionsfähige Brunnen, die Dörfer mit sauberem Wasser versorgen, sondern es gibt immer mehr fähige Brunnenexperten, die selbstständig Brunnen bohren und warten können. Langfristig entstehen Arbeitsplätze und die Brunnenbauer können sich als selbstständige Kleinunternehmer etablieren und Einkommen erzielen.

Die erste mobile Brunnenbauschule wurde 2006 von Hartmut Heuser mit Unterstützung des damaligen Rektors der Universität Kananga, Prof. Jean Nyeme Tese, ins Leben gerufen. Seit ihrer Gründung hat die mobile Brunnenbauschule erfreuliche Fortschritte gemacht. Inzwischen sind fünf Brunnenbauzentren mit eigenen Werkstätten entstanden. Jedes Zentrum besitzt ein festes Team von erfahrenen Instrukteuren, die bei jedem Kurs Referenzbrunnen bauen und Brunnenbauer ausbilden.

Ein Basis-Lehrgang zum Brunnenbau-Helfer dauert 6 Monate an der neuen Berufsschule für Brunnenbau in Kikwit. Nach Praxiszeiten werden die Weiterbildungen angeboten:

– Qualifizierter Brunnenbauer mit staatlich anerkanntem Abschluss

– Brunnenbau-Meister/Ausbilder nach insgesamt 5 Jahren Praxis

Die Schöck-Familien-Stiftung unterstützt das Projekt seit 2019.

http://www.brunnenbau-macht-schule.org/

Projekt 89-19 sa