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Einrichtung der Fachrichtung Näherei und Textil an der Olgapuri Berufsschule, Nepal

Einrichtung der Fachrichtung Näherei und Textil an der Olgapuri Berufsschule, Lalitpur. Zunächst können aus der Kindersklaverei befreite Kamalari-Frauen aus Westnepal am neuen Ausbildungsgang teilnehmen, später auch benachteiligte Frauen aus der Umgebung.

Projektpartner in Nepal ist die seit über 30 Jahren etablierte Organisation Nepal Youth Foundation, welche sich hauptsächlich für Bildung, Erziehung und Schutz von bedürftigen Kindern und Jugendlichen einsetzt. Hervorzuheben ist ihr großer Einsatz zur Befreiung von Kamalaris, junge Mädchen, die im Alter von 6 Jahren an reiche Familien im Land verkauft und als Sklaven gehalten wurden, um im Haushalt, bei der Kinderbetreuung, in der Küche unter unmenschlichen Verhältnissen zu arbeiten. Der Organisation ist es gelungen, tausende von Sklavenmädchen zu befreien. Sie leben seitdem bei ihren Familien in Südwestnepal. Die meisten haben dank der Nepal Youth Foundation eine Volksschule besucht, viele konnten aufgrund ihres verspäteten Schulstarts aber keine Oberschule besuchen, andere haben die Schule abgebrochen. Genau diese Mädchen möchten eine Berufsschule besuchen, um ihre Würde wiederzufinden und ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Olgapuri Berufsschule in Lalitpur bietet seit drei Jahren Ausbildungen in mehreren Handwerksberufen im dualen System mit staatlich anerkanntem Abschluss an. Sie verfügt zudem über eine Farm und bietet Fortbildungen in Landwirtschaft an. Mittlerweile wurde auch der Bau des Wohnheims für die Schülerinnen fertiggestellt.

Die Mädchen erlernen hier zudem Fähigkeiten zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls, erhalten psychologische Hilfe, Grundkenntnisse für unternehmerische Fertigkeiten, die ihnen Selbstsicherheit für zukünftige Jobinterviews und Anstellungsverhältnisse vermitteln soll.

Nach der Ausbildung werden einige Mädchen zurück in ihr Dorf gehen um Arbeit in näher gelegenen und größeren Ortschaften zu finden. Viele von ihnen werden in Kathmandu oder in andere größere Städte gehen, wo es Bekleidungsindustrie gibt.

Um jegliche zukünftige Ausbeutung oder Misshandlung zu vermeiden, überwacht die Nepal Youth Foundation den Arbeitsplatz und die Unterkunft und setzt sich dafür ein, dass die Mädchen in größeren Gruppen angestellt werden und gemeinsam wohnen. Dies soll dem alten Gefühl des Verlassen- und Alleinseins entgegenwirken und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Die Schöck-Familien-Stiftung fördert dieses Projekt gemeinsam mit den Südtiroler Ärzten für die Welt. 

Projekt 122-21 A