Cookie Hinweis anzeigen
Skip to main content

Entwicklung eines nachhaltigen Lebensunterhaltes in den indischen Sundarbans

In einem Lern- und Trainingszentrum werden die Menschen auf den Sundarbans in Abhängigkeit ihrer Verhältnisse und Bedürfnisse ausgebildet.

Der Sundarban Nationalpark besteht aus einer Insellandschaft am Südrand des riesigen Gangesdeltas, hier wächst der gröβte Mangrovenwald der Welt. Auf der indischen Seite sind 54 Inseln mit mehr als 4,5 Millionen Menschen bevölkert, 50  Inseln stehen unter Naturschutz und sind die Heimat des vom Aussterben bedrohten bengalischen Tigers. Unser Projektgebiet im bewohnten Teil, ca. 1 Stunde Bootsfahrt von Kolkata, zählt zu einer der rückständigsten Regionen mit geringer Infrastruktur und hoher Abwanderungsrate. Die schweren klimatischen Bedingungen, zusammen mit der hohen Bevölkerungsdichte, sind Grund der hohen Armut.

Unsere Zielgruppe sind überwiegend Frauen aus den benachteiligsten Kasten und Stämmen. Unsere indischen Projektpartner haben festgestellt, dass die Bevölkerung hier äuβerst motiviert, teamfähig und offen für jegliche Initiative ist. Viele Frauen haben sich bereits in Selbsthilfegruppen organisiert.

Gemeinsam mit ChildFund Deutschland unterstützen wir das von der indischen Organisation DISHA ins Leben gerufene Programm zur Entwicklung eines nachhaltigen Lebensunterhaltes (sustainable livelihood development program).

Für die TeilnehmerInnen werden sowohl theoretische Kurse als auch praktische Trainings auf den Feldern durchgeführt, u.a. in den Bereichen Ökologische Landwirtschaft, Fischerei, Tierzucht und Unternehmertum.

Zum Trainer-Team gehören erfahrene, in der Gemeinschaft angesehene Landwirte, die ihr Wissen weitergeben können und somit weitere Trainer ausbilden. Nach und nach sollen so immer mehr Menschen erreicht werden.

Es wird intensiv daran gearbeitet, die Verantwortung für das Knowledge-Centre an die Dorfgemeinschaft zu übertragen, das Leitungsgremium besteht aus drei Frauen des Dorfes. Das Centre soll sich später einmal selbst finanzieren.

Viel Wert wird auf die ökologischen Aspekte gelegt:

  • In der letzten Reissaat-Saison konnten die Vorzüge der ökologischen Landwirtschaft im Gegensatz zu den Hybrid-Sorten deutlich heraus gestellt werden. Die Inseln leiden teils unter starker Wasserknappheit, da die Hybrid-Samen ca. viermal mehr Wasser benötigen als die nun neu propagierten und zusätzlich chemische Düngung benötigen.
  • Es werden Saaten-Banken angelegt, organische Schädlingsbekämpfung unterrichtet und eine Diversifizierung der Feldfrüchte angeregt. 

Die Mitarbeiter vor Ort teilen mit, dass es nun einfacher wird, die Menschen zu überzeugen, auf organische Landwirtschaft umzusteigen, denn je erfolgreicher einige Bauern schon umgestellt haben, desto eher ziehen andere nach. Einige Bauern berichten, dass ihre Kinder nach der Umstellung seltener krank würden und ihre Produkte besser schmeckten. 

Die Trainer und Experten versuchen immer besser, sich den Gegebenheiten anzupassen, z.B. müssen sie die Kursinhalte an FarmerInnen anpassen, die nie in einer Schule waren, die Inhalte sind  mehr audio-visuell ausgerichtet aufgrund der hohen Analphabetenrate. Die Unterrichtszeiten müssen sich dabei nach der Arbeit in der Landwirtschaft richten. 

Die Kurse im Centre wurden verkürzt, da festgestellt wurde, dass die Farmer nicht mehrere Wochen ihre Felder vernachlässigen können. Stattdessen werden mehr doorstep-Trainings durchgeführt, das sind Kurse an den Feldern, noch praktischer orientiert als bisher. Freiwillige Helfer unterstützen die Arbeit  und machen Haus- und Feldbesuche bei den Familien.

Neben den Kerninhalten des Centres sind die Mitarbeiter dort aktiv in der kommunalen Sozialarbeit: Sie veranstalten kleine Kinder-Events und unterstützen ökologische Initiativen gegen Plastikmüll im Ozean.

Als neue Idee konnten verstärkt Kontakte zu Schulen in Kolkata aufgebaut werden, die die Sundarbans mit Schulklassen besuchen und sich über das Zentrum, die Inseln und ihre Bewohner erkundigen. So wird ein lehrreicher Austausch zwischen den Großstadtkindern und den Inselbewohnern hergestellt, von denen viele sonst ihr gewohntes Wohngebiet kaum verlassen.

Das Projekt zieht immer mehr Besucher an und wird auch als Modellprojekt für andere Regionen herangezogen

Projekt 73-17 ro

Fortbildung zu organischem Dünger
Fortbildung zu organischem Dünger
Reissaat mit Setzlingen
Training
Fortbildung zu bag farming (Kübelanbau)
Übung zu Fischteichen
Übungen mit neuen Werkzeugen
Übungen mit neuen Werkzeugen
Fortbildung zu Ziegenhaltung
Fortbildung zu Gefügelzucht
Reissaat mit Setzlingen