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Von der Brandrodung zur nachhaltigen Landwirtschaft in Aufforstungsflächen in Zentralkalimantan

Das Projekt verfolgt das Ziel, lokalen Kleinbauern eine nachhaltige Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zu ermöglichen, indem auf degradierten Böden Obst und Gemüse zum Eigenverbrauch und zum Verkauf kultiviert werden. Die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit der Projektergebnisse sind damit Kern des Projekts. Durch die landwirtschaftliche Produktion auf bisher nicht genutzten, degradierten Böden und das praktische Training werden die Selbsthilfefähigkeiten und die Eigenvorsorge der Familien gestärkt. Der Einsatz der Lead Farmer bestärkt die Solidarität unter den Bauern. Das BIT und die Lead Farmer stehen den Bauern über Projektlaufzeit hinaus beratend zur Seite.
Die Projektlaufzeit erstreckt sind von Ende März 2017 bis Februar 2019.
Das Projekt ist ein Folgeprojekt basierend auf den erfolgreichen Aktivitäten im Bereich der Zwischenfrüchte und der organischen Kompostierung aus dem vergangenen Jahr, bei dem die Schöck-Stiftung bereits großzügig unterstützt hat eine entsprechende Grundlage grschaffenwerden konnten.

Ausgangsproblematik:

Traditionell haben die Kleinbauern in Zentralkalimantan v.a. Brandbrachenlandwirtschaft für den Anbau von Trockenreis betrieben und diesen durch Jagd und die Sammlung von Wildpflanzen und kleine Waldgärten ergänzt. Durch die Abholzung von Regenwald mit der Konsequenz der Auswaschung des Humus mit den notwendigen Nährstoffen und ein stetiges Bevölkerungswachstum ist diese Brandbrachenlandwirtschaft nicht mehr nachhaltig und zudem mittlerweile auch illegal. Sie wurde aber bis vor kurzem toleriert. Seit den riesigen Waldbränden von 2015 geht die indonesische Regierung allerdings verstärkt gegen Brandstiftung vor.
DieMöglichkeiten der Kleinbauern, Nahrungsmittel in Subsistenzwirtschaft herzustellen, sind stark eingeschränkt. Alternativen sind vor allem das wenig Gewinn bringende Abzapfen von Kautschuksaft und illegale Aktivitäten wie Goldwaschen und Holzeinschlag. Nachhaltige, legale Einkommensquellen gibt es mit Ausnahme von Kleinhandel und Anstellungen bei lokalen Behörden nicht. Aus dieser Situation hat sich die Idee entwickelt, die Bauern dabei zu unterstützen, neue Anbaupraktiken zu verwenden und die degradierten Böden durch den Anbau von geeigneten Pflanzkombinationen und natürliche Düngung zu verbessern. Im vorangegangenen Projekt wurde die Anwendung von Kompost und Biochar erprobt und der Nachweis erbracht, dass so auch stark degradierte Flächen landwirtschaftlich genutzt werden können.

Die Zielgruppe sind 150 Kleinbauern und ihre Familien (ca. 750 Personen), die in 3 Distrikten im Landkreis Gunung Mas in Zentralkalimantanleben. Die große Mehrheit der Bauern gehören zur indigenen Bevölkerungsgruppe der Dayak. Sie leben vor allem von Subsistenzwirtschaft und verfügen meist nur über geringes und unregelmäßiges Einkommen durch den Verkauf von Gummisaft oder illegal geschlagenem Holz. Der Kauf von Nahrungsmitteln verbraucht einen großen Teil des verfügbaren Einkommens, und oft ist daher wenig Geld für Gesundheit und Bildung sowie, aufgrund der Distanz zur Provinzhauptstadt, Zugang zu anderen Dienstleistungen da. Die Bauern sind in ihren Dörfern jeweils in informellen Gruppen organisiert, es gibt keine formellen Strukturen. Die Zielgruppe trägt zum Projekt durch die Umsetzung aller Arbeiten auf den Feldern bei.

Die Kleinbauern haben wenige Kenntnisse in nachhaltigen Landwirtschaftstechniken und die Flächen, die sie zur Verfügung haben sind oft stark degradiert.
In der Projektregion werden bereits Aktivitäten zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und der wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der Kleinbauern umgesetzt. Die Bauern haben Bedarf und Interesse an neuen, nachhaltigen Anbaumöglichkeiten für Obst und Gemüse, sowohl zur Eigenversorgung als auch um Überschüsse auf dem Markt verkaufen zu können.

Projektbetreuung aus Deutschland und lokaler, Indonesischer Projektträger

Von Deutschland aus, wird das Projekt betreut von Johannes Schwegler, Geschäftsführer von Fairventures Worldwide FVW gGmbH, Senefelderstr. 26 in D-70176 Stuttgart. Nachdem die Schöck-Familien-Stiftung die notwendige Finanzierung für die gesamte Projektdauer zugesagt hat, wurde der vom FVW gestellte Antrag vom BMZ bewilligt und bezuschusst.

Das Borneo Institute (BIT) entstand 2004 aus der Initiative engagierter Einheimischer in Palangka Raya und hat sich seitdem zu einer gemeinnützigen, professionell arbeitenden eingetragenen Stiftung (Yayasan) entwickelt. Zweck der Stiftung ist es, vor Ort eine nachhaltige Dorfentwicklung zu befördern und gleichzeitig die Kultur zu bewahren. Das BIT ist vor Ort sehr gut vernetzt, sowohl in den Gemeinden, als auch mit Behörden, Unternehmen und Ausbildungsbetrieben. Das BIT hat vor allem in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie Landrechte bereits mehrere Projekte umgesetzt, die sowohl lokal als auch von internationalen Gebern finanziert wurden. Das BIT ist in der Region sehr aktiv und wird auch nach Ablauf des Projektes weiter ein Ansprechpartner bleiben bzw. in der Region arbeiten.

Projekt 58-16 si

Feld mit Bittermelonen
Permakulturtrainer beim Kompost-Training
Kompostierungstraining für Kleinbauern
Herstellen von Kompost. (alle Bilder von Fairventures Worldwide)